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Hilfe, ich verstehe mein Kind nicht mehr! - Jugendsprache

Immer öfter stehen Eltern mit fragenden Blicken vor ihren Sprösslingen und müssen sich eingestehen, dass sich, zumindest in Sachen Kommunikation, die Zeiten grundlegend geändert haben. Dieser Sprachwandel, beziehungsweise die augenscheinlichen Unterschiede zwischen der Wortwahl von Eltern und Kindern begleitet die Menschheitsgeschichte schon immer und führt seit jeher zu Kommunikationsproblemen zwischen den Generationen.

Wortschatz – ein stetes Kommen und Gehen

Jede Generation generiert ihren Wortschatz neu. So sind Begriffe, die die eigenen Eltern schon für unflätig hielten, heute im allgemeinen Sprachgebrauch, während die Neuschöpfungen der Jugend immer noch für Unverständnis sorgen. Wer weiß schon, was Jugendliche meinen, wenn sie vom „smacksen“ reden? Abgeleitet von den beliebten, honigsüßen Weizen-Pops, bedeutet dieses Adjektiv das Frühstücken. Auch wenn es scheint, dass dieser beispielhafte Begriff dem Englischen entliehen ist, hat er nicht annähernd mit dem Trend der Vorgängergeneration zu tun, mit englischen Wörtern die deutschen Parallelen zu ersetzen. Vielmehr versuchen Teens und Twens, Dinge sehr einfach, jedoch zunehmend unter der Gürtellinie, also vulgär zu beschreiben.

„Arschfax“

Wer die heutige Jugend verstehen will, muss einfach und gerade denken. Das beste Beispiel bietet hier der Begriff „Arschfax“: Er ist zugegeben gewöhnungsbedürftig, umschreibt aber nur ein Wäscheetikett, das hinten aus der Hose lugt. Der Trend der jungen Generation geht also dahin, peinliche Situationen der Umwelt ziemlich treffend und vulgär zu umschreiben. So wird aus einem kleinen Einzimmer-Appartement das „geräumige Wohnklo“ und Frauen, die sich leicht bekleiden, tun dieses meist mit „Panorama-Blusen.

Gleiche Begriffe - andere Bedeutungen

Ebenso beliebt wie die einfache Beschreibung ist die Änderung von Bedeutungen. Leibesertüchtigung war für viele Generationen eine Bezeichnung für sportliche Aktivitäten, umschreibt bei jungen Leuten jedoch eher die Intimitäten zwischen zwei Menschen. Auch der Begriff „Resonanzkörper“ wird schon lange nicht mehr nur bei Musikinstrumenten gebraucht, sondern wird einem zu groß geratenen Bauch gleichgesetzt. Auch wartet man bei einem gemütlichen Abend zuhause heute eher auf den „Teigfladen-Lieferanten“, statt auf einen traditionellen Pizzaservice zu hoffen. Apropos Pizza: Überfahrene Tiere am Straßenrand werden „Straßenpizza“ genannt.

Der Ton wird rauer

Keine Frage - der Ton unter jungen Menschen wird rauer, zuweilen auch unerträglich geschmacklos für die Ohren von Eltern. Da man jedoch, wie jeder weiß, durch Verbote meist nur Trotzreaktionen fördert, ist man gut beraten, einfach nicht hinzuhören, beziehungsweise wie wir es früher gesagt haben „auf Durchzug zu stellen“. Denn eines ist sicher: Der normale Sprachgebrauch tritt mit zunehmendem Alter und wachsender Reife von ganz allein ein.