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Kinderwissen - So lebten kleine Prinzessinnen und Prinzen

Das romantische Mittelalter weckt, vor allem in Kindern, eine unvermeidbare Faszination. Ob Geschichten über edle Ritter oder Zauberlehrlinge im mittelalterlichen Flair einer geheimen Schule für Magier – viele Kinderherzen schlagen beim vermeintlichen Blick in die mittelalterliche Welt höher. Doch oftmals sind die Vorstellungen, die man sich über das Mittelalter macht, zu romantisch und von der Realität recht weit entfernt.

Adel verpflichtet

Während Kinder von Untertanen fast ausschließlich den Berufen der Eltern nachkamen, trugen auch adlige Kinder kein leichteres Schicksal. Ihr Tag begann bereits um 5 Uhr morgens. Sehr viel Wert wurde auf die Etikette gelegt, schließlich sollten die Kinder im Erwachsenenalter hohe Positionen einnehmen. Benimmregeln und höfische Sitten zählten somit zum Wichtigsten, das es zu lernen galt. Ein gutes Beispiel bildet die Morgenbegrüßung: vier Schritte vor, zwei zurück mit Knicks oder den Kopf geneigt. Kinder des niederen Adels verließen jung das elterliche Haus: die Jungen, um Ritter, die Mädchen, um bereits verlobt zu werden.

Das Essen der adligen Kinder

Heute wäre das undenkbar: Das Frühstück von kleinen Prinzessinnen und Prinzen bestand oft aus einem mäßig gewürzten Getreidebrei oder auch nur aus Wasser und Brot. Nach einem nicht besonders reichhaltigen Mittagessen gab es bis zum Abendbrot, das etwa um acht Uhr abends gereicht wurde, keine Zwischenmahlzeiten mehr. Im Vergleich zu heute stand selbst in Adelskreisen Fleisch nur sehr selten auf dem Speiseplan und war bedeutenden Anlässen und Festen vorbehalten.

Tagesbeschäftigungen

Während für die Jungen am Vormittag oft Unterricht an der Tagesordnung war, lernten adlige Mädchen vor allem Handarbeiten wie Spinnen, Sticken, sowie Singen, Musizieren und Etikette. Nur selten konnten sie das, was heute im Allgemeinen unter Bildung verstanden wird, erwerben, denn diese Bildung war den Männern vorbehalten. Umso mehr erregten die wenigen gebildeten Frauen sowohl Bewunderung als auch Missgunst und Furcht.

Fazit

Obwohl das Mittelalter nicht die finstere Zeit war, zu der es oft gemacht wird, ist es dennoch weit entfernt von den heute oft verklärten Ansichten über jene Zeit. Das Mittelalter war weder besonders gut noch besonders schlecht – hauptsächlich war es anders. Und was an negativen Auswüchsen verabscheuungswürdig erscheint, wird durch vieles andere wieder aufgewogen. Nicht anders, als es heute der Fall ist.